Kanzlei-Website: Pflichtangaben, DSGVO und was wirklich Mandanten bringt

Von Driton Gashi · · 2 Min. Lesezeit

Dieser Artikel beschreibt typische Anforderungen an Kanzlei-Websites in Deutschland. Er ist keine Rechtsberatung – lassen Sie Ihre Rechtstexte von Ihrer Kammer oder einer Fachperson prüfen.

Was muss auf eine Kanzlei-Website?

Jede geschäftsmäßige Website in Deutschland braucht ein Impressum nach § 5 Digitale-Dienste-Gesetz (DDG) und eine Datenschutzerklärung nach DSGVO. Für Rechtsanwälte und Steuerberater kommen berufsrechtliche Angaben hinzu. Darüber hinaus entscheidet die Website mit, ob ein Mandant anruft – oder zur nächsten Kanzlei weiterklickt.

Pflichtangaben im Impressum einer Kanzlei

Neben Name, Anschrift, E-Mail und Telefon gehören in das Impressum einer Rechtsanwaltskanzlei in der Regel:

  • die gesetzliche Berufsbezeichnung „Rechtsanwalt“ / „Rechtsanwältin“ und der Staat, in dem sie verliehen wurde
  • die zuständige Rechtsanwaltskammer mit Anschrift
  • die berufsrechtlichen Regelungen (u. a. BRAO, BORA, FAO, RVG) und wo sie zugänglich sind
  • bei Gesellschaften: Rechtsform, Vertretungsberechtigte, Register und Registernummer
  • die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer, falls vorhanden
  • Angaben zur Berufshaftpflichtversicherung (Versicherer und räumlicher Geltungsbereich)

Für Steuerberater gilt Entsprechendes: Berufsbezeichnung, zuständige Steuerberaterkammer und die berufsrechtlichen Regelungen (u. a. StBerG, BOStB, StBVV). Viele Kammern bieten Musterangaben an – nutzen Sie diese.

DSGVO: Was Kanzleien auf ihrer Website beachten müssen

Kanzleien gehen mit besonders vertraulichen Informationen um. Mandanten erwarten, dass das schon auf der Website sichtbar ist:

  1. Kein Tracking ohne Einwilligung. Analyse-Tools wie Google Analytics dürfen erst nach aktiver Zustimmung laden (§ 25 TDDDG, Art. 6 DSGVO).
  2. Schriften lokal einbinden. Google Fonts direkt von Google-Servern zu laden, übermittelt IP-Adressen. Lokal gehostete Schriften vermeiden das.
  3. Karten und Videos erst nach Klick. Eingebettete Google Maps oder YouTube-Videos übertragen Daten bereits beim Laden. Besser: Vorschaubild mit Klick zur Aktivierung.
  4. Kontaktformular verschlüsselt und sparsam. Nur abfragen, was Sie wirklich brauchen, und auf die Datenschutzerklärung hinweisen.
  5. Datenschutzerklärung passend zur Website. Sie muss beschreiben, was Ihre Website tatsächlich tut – Hosting, Formular, Analyse, eingebundene Dienste.

Was bringt einer Kanzlei-Website wirklich Mandanten?

Pflichtangaben verhindern Abmahnungen – Mandanten gewinnen sie nicht. Diese Elemente machen den Unterschied:

  • Eine Seite pro Rechtsgebiet. Wer „Anwalt Arbeitsrecht Bonn“ sucht, will eine Seite zum Arbeitsrecht finden, keine Liste aller Leistungen. Eigene Seiten helfen Mandanten – und Google.
  • Echte Menschen. Fotos, Qualifikationen, Schwerpunkte und Sprachen jeder Anwältin und jedes Steuerberaters schaffen Vertrauen.
  • Ein klarer nächster Schritt. Telefon und Terminanfrage auf jeder Seite, dazu eine kurze Erklärung, was nach der Kontaktaufnahme passiert.
  • Schnelle Ladezeit am Smartphone. Viele Mandanten suchen mobil. Eine langsame Website verliert sie, bevor sie den ersten Satz lesen.
  • Google Unternehmensprofil und Bewertungen. Für lokale Suchen ist das Profil oft wichtiger als die Website selbst.
  • Antworten auf häufige Fragen. Ein FAQ-Bereich beantwortet Fragen vorab und wird von Google und KI-Assistenten gern zitiert.

Häufige Fehler auf Kanzlei-Websites

  • Eine lange Seite „Leistungen“ statt eigener Rechtsgebiets-Seiten
  • Keine Namen und Gesichter
  • Analyse und Karten, die vor der Einwilligung laden
  • Veraltete Themes, die am Smartphone nicht funktionieren
  • Stockfotos von Handschlägen, Paragraphen und Richterhämmern

Fazit

Eine gute Kanzlei-Website ist rechtlich sauber, datensparsam – und vor allem hilfreich: Sie zeigt in Sekunden, wer Sie sind, wofür Sie stehen und wie man Sie erreicht. Wie wir das umsetzen, sehen Sie in unseren Projekten für die Kanzlei am Kureck und DITAR Legal.

Sie planen eine neue Kanzlei-Website oder einen Relaunch? Mehr zu unseren Websites für Kanzleien – oder fragen Sie direkt ein Angebot an.

Driton Gashi

Driton Gashi · Mitgründer & Webentwickler

Driton Gashi ist Webentwickler in Prishtina und Mitgründer von Triquon. Seit 2022 entwickelt er Websites und Webanwendungen für internationale Unternehmen – von SaaS-Produkten und Datenplattformen mit React, Next.js, Node.js und TypeScript bis zu schnellen, sicheren WordPress-Websites für Agenturen und deren Kunden. Er studierte an der UBT (University for Business and Technology) in Prishtina.

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